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10 Jahre Demenz-Verein Saarlouis e.V.


 
 
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Einleitung

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der damit einher-gehenden wachsenden Anzahl von Menschen, die 65 Jahre und älter sind, steigt auch die Zahl derer, die von einer Demenz betroffen sind. In Deutschland leiden derzeit ca. 1,5 Mio Menschen an einer dementiellen Erkrankung. Für den Landkreis Saarlouis bedeutet dies, dass ausgehend von Schätzungen auf Bundesebene ca. 3000 bis 4000 Menschen im Landkreis Saarlouis von einer Demenz betroffen sind.
Ausgehend von einer Arbeitsgemeinschaft, in der grenzüberschreitend Experten mitgearbeitet haben, wurde auf Initiative des Landkreises Saarlouis am 4. Februar 1997 der Verein "Hilfen für Menschen mit dementiellen Erkrankungen und ihre Angehörigen im Landkreis Saarlouis e.V." kurz "Demenz-Verein Saarlouis e.V." gegründet.
Der Demenz-Verein Saarlouis gem. e.V. verfolgt nachfolgende Ziele:
die Entwicklung und Förderung von Hilfe für von dementiellen Erkrankungen betroffene Menschen im Landkreis Saarlouis
die Initiierung und Förderung von Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige
Information, Fort- und Weiterbildung von Angehörigen, Pflegepersonal in ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen, Mediziner aus den entsprechenden Fachbereichen über dementielle Erkrankungen und deren Folgen sowie mögliche Hilfen.
die Schaffung von geeigneten Einrichtungen aller Art für dementiell Erkrankte
die Schaffung von Unterstützung, sowie von Erholungsmöglichkeiten für Angehörige
Anregung gesundheits- und sozialpolitischer Initiativen

Im folgenden werden diese Ziele, die in §2 der Satzung als Zweck des Vereins definiert sind, näher auf ihre Umsetzung seit 1997 hin betrachtet.

    1. Entwicklung und Förderung von Hilfe für von dementiellen Erkrankungen betroffene Menschen im Landkreis Saarlouis e.V.

Am 3. Mai 1998 konnte in angemieteten Räumen des Landkreises Saarlouis eine Geschäftsstelle eingerichtet werden, die mit einem Sozialpädagogen im Rahmen einer Projektförderung mit dem Thema "Information, Beratung, Schulung sowie Aufbau und Unterstützung von Gruppenarbeit von Angehörigen Demenzerkrankter" besetzt wurde. Finanziert wird diese Maßnahme durch Mittel der Arbeitsverwaltung und eine Förderung durch den Landkreis Saarlouis. Von Beginn an wurde durch das gerontopsychiatrische Beratungszentrum ein Beratungstelefon angeboten, das in Verbindung mit Öffentlichkeitsveranstaltungen, Informationsständen bei Veran-staltungen anderer Träger und einer konzentrierten Pressearbeit rasch einen großen Zustrom verzeichnen konnte. Seit Einrichtung des Info-Telefons können neben allgemeinen Informationen zu den verschiedensten Aspekten der Krankheit "Demenz" ebenso medizinische Informationen durch einen Arzt jederzeit abgerufen werden.
Durch die Mitgliedschaft des Demenz-Vereins in der Deutschen Alzheimer-Gesell-schaft konnte eine Steigerung der Fallzahlen des Beratungstelefons verzeichnet werden, da Anfragen, die bei der Gesellschaft anfallen, an den Demenz-Verein weitergeleitet werden.
Durch Verfügbarmachen von Literatur - der Demenz-Verein hält Broschüren zur Abgabe vor - zum Thema Demenz konnte das Bewußtsein über Demenz in die Öffentlichkeit transportiert werden.
Im März 1999 wurde zusätzlich im Rahmen einer Beschäftigungsförderung eine Bürokraft eingestellt.
Im Juli 1999 wurde im Rahmen einer großzügigen Spende eines Vereinsmitglieds als Entlastungsangebot die Wohngruppe für altersverwirrte Menschen eingerichtet. Hierzu wurden drei Mitarbeiter neu eingestellt. Ein Zivildienstleistender unterstützte die Arbeit.
In Einzelfällen wurden im Jahr 1999 einige häusliche Betreuungen durchgeführt.
Spenden und Werbung von Mitgliedern haben die Umsetzung der Vereinsziele wesentlich erleichtert. Durch die Vernetzung des Demenz-Vereins - ausgehend von der Leitstelle "Älter werden" des Landkreises Saarlouis - konnte bei Beratungs- und Koordinierungsstellen anderer Träger eine Sensibilisierung zum Thema Demenz erreicht werden.

    2. Initiierung und Förderung von Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige

Seit der Vereinsgründung wurde auf die Gründung von Gruppen hingearbeitet. Durch Informationsveranstaltungen, bei denen abgefragt wurde, ob Anwesende Interesse an der Gründung einer solchen Gruppe zur Entlastung haben, konnten Angehörige gewonnen werden. Die Bemühungen führten dann zum ersten Treffen der Angehörigengruppe Saarlouis am 8.12.1997 in der Sonnenresidenz der Arbeiterwohlfahrt in Saarlouis. Mit drei Teilnehmern ein bescheidener Anfang. Mit zeitlicher Abfolge konnte jedoch eine stabilere, größere Gruppe in Saarlouis etabliert werden. Zusätzlich zum Angebot in Saarlouis kam es im Laufe des Jahres 1998 zu weiteren Anläufen von Gruppengründungen in Wallerfangen, Fremersdorf und Saarwellingen mit wechselndem Erfolg.
Die vom Demenz-Verein Saarlouis betreuten Angehörigengruppen trafen sich seit 1997, abgesehen von Sommerpausen und Ausfall wegen Feiertagen, wie folgt:
1997
8. Dezember: Angehörigengruppe Saarlouis, AWO Sonnenresidenz, 3 Teilnehmer.

1998
12. Januar: Angehörigengruppe Saarlouis, AWO Sonneresidenz, 15 Teilnehmer.
9. Februar: Angehörigengruppe Saarlouis, AWO Sonnenresidenz, mit Vortrag zum Betreuungsrecht Referent: Karl-Heinz Berty, Sonnenresidenz 11 Teilnehmer.
9. März Angehörigengruppe Saarlouis - AWO Sonnenresidenz erstmals dazu Betreuungsgruppe - 9TN 2 Betr
6. April Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe in AWO Sonnenresidenz -9TN, 2Betr
6. April Angehörigengruppe im Altenheim St. Barbara, Fremersdorf.7 TN
7. April Angehörigengruppe Saarwellingen in der DRK - Begegnungsstätte 1TN
4. Mai Angehörigengruppe Fremersdorf 1TN
14. Mai Angehörigengruppe Saarwellingen DRK - Haus 0TN danach eingestellt
8. Juni Angehörigengruppe Fremersdorf Altenheim St. Barbara 0TN danach eingestellt
6. Juni Angehörigengruppe Wallerfangen 7TN
13. Juli Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe, DRK - Sozialzentrum mit Vortrag KH Berty zu Betreuungsrecht. 14TN Betr.: 4
7. September Angehörigengruppe Wallerfangen ST. Nikolaus - Hospital 6TN
14. September Angehörigengruppe Saarlouis, DRK - Sozialzentrum mit Betreuungsgruppe- 14 TN Betr.: 2
5. Oktober Angehörigengruppe Wallerfangen ST. Nikolaus - Hospital 6TN
12. Oktober Angehörigengruppe Saarlouis, DRK - Sozialzentrum mit Betreuungsgruppe 9TN, Betr.: 3
2. November Angehörigengruppe Wallerfangen ST. Nikolaus - Hospital 2TN
9. November Angehörigengruppe Saarlouis, DRK - Sozialzentrum mit Betreuungsgruppe- 8TN Betr.: 3
1. Dezember Angehörigengruppe Lebach Ev. Gemeindehaus 2 TN.
14. Dezember Angehörigengruppe Saarlouis, DRK Sozialzentrum mit Betreuungsgruppe-6TN, Betr.: 2

1999
11. Januar Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe 7 TN Betr.: 2
1. Februar Angehörigengruppe Wallerfangen St. Nikolaus-Hospital 6 TN.
2. Februar Angehörigengruppe Lebach Ev. Gemeindehaus 6TN
8. Februar Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe 6 TN Betr.: 3
1. März Angehörigengruppe Wallerfangen St. Nikolaus-Hospital. 4 TN.
2. März Angehörigengruppe Lebach Ev. Gemeindezentrum 3 TN.
8. März Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe 7 TN, Betr.: 3
6. April Angehörigengruppe Lebach 3TN
12. April Angehörigengruppe Saarlouis DRK-Sozialzentrum mit Betreungsgruppe- 11 TN, Betr..4
10. Mai Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe 8 Teilnehmer Betr.: 2
1. Juni Angehörigengruppe Lebach Ev. Gemeindehaus 3 TN
7. Juni Angehörigengruppe Wallerfangen St. Nikolaus-Hospital 7TN
14. Juni Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe Vortrag KH Berty BTG - 13 TN, Betr.: 2
25. August Angehörigengruppe Saarbrücken Teilnahme Andreas Sauder als Gast 12 TN
6. September Angehörigengruppe Wallerfangen St. Nikolaus-Hopital - 1TN
7. September Angehörigengruppe Lebach Caritas-Krankenhaus - 2TN
13. September Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe DRK-Sozialzentrum - 12 TN Betr.: 4
11. Oktober Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe DRK-Sozialzentrum - 9TN Betr.: 4
8. November Angehörigengruppe Saarlouis mit Betreuungsgruppe DRK-Sozialzentrum - 12TN Betr.: 3
9. November Angehörigengruppe Wallerfangen St. Nikolaus-Hospital 1 TN
14. Dezember Angehörigengruppe Saarlouis + Betreuungsgruppe Weihnachtsfeier - DRK-Sozialzentrum 20 TN

Durch Vorstellung der Vereinsarbeit bei anderen Verbänden und in anderen Landkreisen im Saarland konnte erreicht werden, dass saarlandweit das Bewußtsein für dementielle Erkrankungen und die damit einhergehende Notwendigkeit, Angehö-rigengruppen anzubieten, stärker wurde. So kann zur Zeit saarlandweit die Neugrün-dung von Angehörigengruppen beobachtet werden.
Die Installierung einer Selbsthilfegruppe für Betroffene ist aufgrund der Erkrankung und der damit einhergehenden Verwirrtheitszustände nicht möglich. Deshalb wurde in Saarlouis parallel zur Angehörigengruppe eine Betreuungsgruppe eingerichtet, die seither Bestand hat.

    3. Information, Fort und Weiterbildung von Angehörigen, Pflegepersonal in ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen, sowie Ärzten aus den entsprechenden Fachbereichen über dementielle Erkrankungen und deren Folgen sowie mögliche Hilfen.

Die Umsetzung dieses Vereinszieles wurde durch ein breites Spektrum an Maßnah-men verwirklicht. Die Information von Angehörigen und Interessierten erfolgte haupt-sächlich durch Informationsveranstaltungen, die in allen Städten und Gemeinden des Landkreises Saarlouis zum Thema "Altersverwirrt? - Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen - Hilfen für Angehörige" durchgeführt wurden:


1997
26. Februar Theater am Ring Saarlouis Referenten: Dr. Rainer Kortus 100 Teilnehmer
4. Juni DRK-Haus Saarwellingen Referent: Rainer Kortus, 10 Teilnehmer
23. Juni DRK-Gästehaus Dillingen Referent: Dr. Meiser 30 Teilnehmer
13. Oktober Round Table Hofhaus in Beaumarais Referent: Andreas Sauder, 15 Teilnehmer
26. November Cusanus Haus Schwalbach, Referent: Dr. Meiser, 25 Teilnehmer

1998
4. März DRK-Haus Saarwellingen Referent: Dr. Schmitt, 12 Teilnehmer
17. März Altenheim St. Barbara Fremersdorf Referent: Hans Sträßer, Andreas Sauder 4TN
26. März Niedtalhalle Rehlingen-Siersburg Referent: Dr. Claus-Martin Christ 9 TN
23. April DRK-Gästehaus Wadgassen Referent: Dr. Claus-D. Kopetzky 24TN
13. Mai Kulturhaus Schmelz-Hüttersdorf Referenten: Dr. Grün, Adolf Müller 43 Teilnehmer
19. Mai St. Nikolaus-Hospital Wallerfangen 5 Teilnehmer
17. Juni DRK-Gästehaus Dillingen Referent: Dr. Claus-Martin Christ 22 Teilnehmer
8. Juli Rathaus Lebach Referent: Dr. Wolfram Köhler 38 Teilnehmer
23. September Demenzkongreß, Theater am Ring Saarlouis Referent: R. Kortus 107 TN
14. Oktober Gaststätte Nalbach-Körprich Referent: Dr. Claus-Martin Christ 2 Teilnehmer

1999
24. Februar Rathaus Überherrn Referent: Dr. Claus-Martin Christ 4 Teilnehmer
12. März Fliednerkrankenhaus Neunkirchen, Referenten: Hans Sträßer, Andreas Sauder 31 Teilnehmer
19. Mai Niedtalhalle Rehlingen-Siersburg Referent: Dr. Wolfgang Schmitt 6 Teilnehmer
29. September Demenzkongreß Kulturhalle Saarlouis-Roden Referent: Dr. Jan Wojnar 220 Teilnehmer
25.November Cusanushaus Schwalbach Referent: Dr. Wolfgang Schmitt 48 Teilnehmer

Durch gezielte Presseaktivitäten, die in den Pressespiegeln I/II-1998, I/II1999 dokumentiert sind, sowie durch kostenlose Informationsschriften konnte eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit erreicht werden. Zu nennen sind hier folgende Schriften: Ziele und Aufgaben; Informationen zum Thema Demenz; Alzheimer-Wohngruppe; Informationsmappe für Interessierte und Angehörige sowie Publikationen verschiedener Pharmafirmen, die vom Demenz-Verein kostenlos abgegeben wurden.

Informationsstände
Neben den Informationsveranstaltungen konnte die allgemeine Öffentlichkeit außerdem erreicht werden durch z.T. mehrtägige Informationsstände bei der Welt der Familie in Saarbrücken am 13.9.98, bei der Senioren-Hobbyausstellung in Saarlouis-Roden am16./17.10.98, im Theater am Ring Saarlouis am 5./6.11.1998, bei der Auftaktveranstaltung zum Internationalen Jahr der Senioren im Kulturhaus Überherrn am 19.2.1999, im Globus in Saarlouis vom 6.-10.4.1999, im Hela in Schmelz vom 7./8.5.1999, im Rahmen des Gesundheitstages in Schmelz am 15.5.1999, bei der VDK-Hilfsmittelausstellung in Lebach am 11./12.6.1999, beim Landesverkehrssicherheitstag in Saarlouis am 26.6.1999, beim Festival der Älteren in Saarlouis vom 5-7.81999, beim Mariä-Geburts-Markt in Lebach am 14.9.1999, beim Weltalzheimertag in Saarlouis am 23.9.1999, beim Selbsthilfetag in Rehlingen-Siersburg am17.10.1999, beim saarländischen Hausärztetag in Saarbrücken am 23.10.1999, beim Pflegetag des DRK-St. Ingbert sowie bei der Demenz-Tagung der DRK-Gästehaus gGmbH in der Stadthalle Dillingen am 16.11.1999.

Internet
Seit April 1999 ist der Demenz-Verein im Internet mit einer Homepage vertreten, wo zusätzlich jedermann Informationen bezüglich der Angebote des Demenz-Vereins abrufen kann. Seit Schaltung unserer Internetpräsenz können wir bis Jahresende ca. 5.000 Zugriffe verzeichnen.

Weiterbildungszentrum
Im Rahmen unserer Weiterbildungsaktivitäten wurden bereits in 1997 Angehörige weitergebildet. Am 6./7.10.1997 konnten 20 Personen im Hotel Scheidberg Wallerfangen an einem Einführungsseminar in "Validation nach Feil- Umgang mit Altersverwirrten" teilnehmen. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Fachkräfte aus ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen wie für Ärzte wurden zu folgenden Terminen und Themen seit 1997 durchgeführt:
1997
8./9.10 Einführungsseminar Validation nach Naomi Feil-Umgang mit Altersverwirrten

1998
ab 19./20.10 Anwenderseminar Validation nach Naomi Feil - Umgang mit Altersverwirrten 4 Blöcke a 2 Tage zzgl. 1 Prüfungstag
ab 20.-21.07. Anwenderseminar Validation nach Naomi Feil - Umgang mit Altersverwirrten 4 Blöcke a 2 Tage zzgl. 1 Prüfungstag
16.-18.09 Grundkurs Kinästhetik
23.09. 1. Internationaler Demenzkongress "Mäeutik - Erlebnisorientiert pflegen"
23.09. Ärztefortbildung zur medikamentösen Therapie von Alzheimererkrankten
28.-30.09 Grundkurs Basale Stimulation

1999
13.01. Einführungsseminar Validation nach Naomi Feil-Umgang mit Altersverwirrten
ab 09.-10.02. Anwenderseminar Validation nach Naomi Feil-Umgang mit Altersverwirrten 4 Blöcke a 2 Tage zzgl. 1 Prüfungstag
22.06. Einführungsseminar Validation nach Naomi Feil-Umgang mit Altersverwirrten
29.09. 2. Internationaler Demenzkongress "Validation nach Naomi Feil-Umgang mit Altersverwirrten"
2.-04.12. Grundkurs Kinästhetik
ab 2.-04.12. Anwenderseminar Validation nach Naomi Feil-Umgang mit Altersverwirrten 4 Blöcke a 2 Tage zzgl. 1 Prüfungstag

1999 erfolgte Referententätigkeit in Veranstaltungen/Fortbildungen anderer Fach-organisationen; in 8 Fällen im Rahmen einer Kooperation. So wurde z.B. eine Fortbildung für einen großen Pflegedienst durchgeführt und eine interne Fortbildung für Mitarbeiter eines Krankenhauses. Außerdem wurden Lehrvorträge zum Thema Demenz, aber auch zu anderen Themen, im Rahmen von Heimleiterausbildungen und der Ausbildung von Pflegedienstleitungen durchgeführt.

4. Schaffung von geeigneten Einrichtungen aller Art für dementiell Erkrankte
Die Betreuung und Versorgung von verwirrten und psychisch kranken alten Menschen zu Hause stellt die pflegenden Angehörigen vor vielfältige Aufgaben und Anforderungen. Angehörige von Demenzerkrankten sind nicht nur den Belastungen ausgesetzt, wie man sie auch bei Angehörigen von Patienten mit schweren chronischen, körperlichen Erkrankungen findet. Hinzu kommen vielmehr spezielle Probleme durch Desorientiertheit, Vergeßlichkeit, Aggressivität und Wesens-veränderung, die die Beziehung zwischen Betreuer und Betreutem zunehmend belasten und verändern, häufig die Zuneigung auslaugen.
Vielfach wird ein Heimaufenthalt unvermeidbar. Ältere Menschen sollen aber nach Möglichkeit solange wie möglich in ihrer eigenen Häuslichkeit bleiben können.
Deshalb hat der Demenz-Verein Saarlouis e.V. eine Wohngruppe für altersverwirrte Menschen ins Leben gerufen, um die Bedingungen der eigenen Häuslichkeit nachzuempfinden und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige zu schaffen.
In der Wohngruppe können maximal 5 Personen betreut und beaufsichtigt werden.
Durch fachgerechte Betreuung besteht die Möglichkeit, dass der altersverwirrte Angehörige in einem geschützten Rahmen betreut werden kann. Das Konzept der Wohngruppe befindet sich im Anhang.
Die Inbetriebnahme erfolgte am 1. Juli 1999. Hierzu wurden drei Fachkräfte eingestellt. In der Erprobungsphase (bis September 1999) wurden nur wenige Gäste tageweise von uns betreut. Am 1.8. und am 1.9.1999 wurde die Wohngruppe noch zusätzlich durch zwei Zivildienstleistende verstärkt. Es wurde außerdem ein Fahrzeug angeschafft und ein Fahrdienst eingerichtet. Durch verstärkte Infoaktionen nach dem 2. Internationalen Demenz-Kongreß in den Angehörigengruppen, am Beratungstelefon und in der Presse konnte eine verstärkte Belegung der Wohngruppe erreicht werden. Im Oktober 1999 kam es zu einem ersten Personalwechsel, mittlerweile konnte sich ein leistungsfähiges Team herausbilden.
Die Verfahrensweise zur Aufnahme in die Wohngruppe gestaltet sich wie folgt:
Anfrage und Beratungsgespräch am Beratungstelefon, persönlich in der Geschäftsstelle oder im Rahmen eines Hausbesuches (Abklärung der Betreuungssituation)
Besichtigung und Vorstellung der Gruppe bei einem Ortstermin, denn nur wenn die Person dem Stand der anderen Bewohner entspricht, kann eine Aufnahme erfolgen.
Mit den Betreuern der Betroffenen wird bei einem regelmäßigen Aufenthalt ein Betreuungs- und Beaufsichtigungsvertrag geschlossen. Zusätzlich wird ein Aufnahmebogen erstellt, der Aufschluß über die zu betreuende Person gibt und der wertvolle Hinweise (insb. Biographie) enthält, damit unser Personal mit dem Betroffenen arbeiten kann. Das Personal des Demenz-Vereins ist in "Validation nach Naomi Feil - Umgang mit Altersverwirrten" geschult. In der täglichen Arbeit mit den Betroffenen wird für jeden Gast ein Betreuungs- und Beaufsichtigungstagebuch geführt, in dem die Leistungen dokumentiert werden.

5. Schaffung von Unterstützung sowie von Erholungsmöglichkeiten für Angehörige
Mit der Einrichtung des gerontopsychiatrischen Beratungszentrums wurde ein Unterstützungsangebot für Angehörige von Demenzerkrankten geschaffen. Als Schnittstelle zu allen Angeboten des Demenz-Vereins und anderen Trägern können hier wertvolle Informationen, wo Entlastungsmöglichkeiten zu finden sind, an die Angehörigen weitergegeben werden. Beratungsinhalte und Leistungen sind:
Psychosoziale Unterstützung
Abklärung der Betreuungssituation ggf. mit einem Hausbesuch
Informationen über rechtliche, versicherungsrechtliche und finanzielle Fragen
Informationen über die Erkrankung und zum Umgang mit dem Betroffenen, Abgabe von Schriften zu diesem Thema
Informationen über Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten im Saarland
Beratung zum altengerechten und barrierefreien Wohnen
Vermittlung in die Wohngruppe für altersverwirrte Menschen des Demenz-Vereins
Medizinische Informationen durch Vermittlung
Angehörigengruppen
Die Angehörigengruppen sind im Nachgang zur Beratung ein wichtiges Element der Unterstützung Angehöriger. Die Gruppen wurden im Zeitraum der Berichterstattung größtenteils vom hauptamtlichen Mitarbeiter begleitet, denn aufgrund der Eigenart der Krankheit und der Komplexität der damit einhergehenden Sachverhalte, die zu beachten sind, ist eine fachliche Betreuung während der Zeit der Angehörigengruppen wichtig. Außerdem: Einfach mal hören wie es anderen geht, sich austauschen oder fachliche Beratung in Anspruch nehmen, kann wesentlich mit dazu beitragen, dass sich Belastungen der Angehörigen vermindern
Da ca. 90 % der Demenzerkrankten zu Hause gepflegt werden, ist es vielen Angehö-rigen nicht möglich an einem Entlastungsangebot in Form einer Angehörigengruppe teilzunehmen, da für die Zeit der Gruppe eine Aufsichtsperson zu Hause sein muß.
Deshalb hat der Demenz-Verein parallel zur Angehörigengruppe Saarlouis eine Betreuungsgruppe installiert. Die Betroffenen können somit zur Angehörigengruppe mitgebracht werden, sie werden fachgerecht in einem separaten Raum betreut und beaufsichtigt und die Suche der Angehörigen nach einer anderen Betreuungsperson entfällt.
6. Anregung gesundheits- und sozialpolitischer Initiativen
1999 wurde ein Vorschlag zur Gründung eines Landesverbandes der Alzheimer-Gesellschaft im Saarland im Rahmen des 2. Internationalen Demenz-Kongresses öffentlich formuliert; möglicherweise wird es zur Verwirklichung im Jahr 2000 kommen.
Mehrere Initiativen des Demenz-Vereins verbinden sozialpolitische Aktivitäten mit Maßnahmen der Beschäftigungsförderung; sie haben in den Jahren 1998 und 1999 sowohl die Unterstüzung des Landkreises Saarlouis als auch der Arbeitsverwaltung erfahren.
Der Kreisausschuss hat im September 1999 beschlossen, ein Projekt mit dem ISO-Institut Saarbrücken durchzuführen, um einerseits Informationen zur Ver-sorgungssituation Demenzkranker im Landkreis Saarlouis zu erhalten und andererseits Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Hilfemöglichkeiten in diesem Aufgabenbereich zu erhalten. Das Projekt wurde im Dezember 1999 begonnen und soll im August 2000 abgeschlossen werden.
Der Demenz-Verein hat mehrere Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen einer Evaluation unterzogen; damit verbindet sich neben der Analyse der Beurteilungen der TeilnehmerInnen auch die Initiative, solche Instrumente in der Praxis stärker zu verankern.



Anhang



Übersicht

Folgende Schriften und Dokumentationen befinden sich im Anhang.
Satzung
Projektberichte 1998 und 1999

Auf Aufnahme der folgenden Berichte und Schriften wurde aus Platzgründen verzichtet; sie sind in der Geschäftsstelle verfügbar und einsehbar:
Evaluationsberichte zu den Weiterbildungsseminaren in 1998 und 1999
Basale Stimulation
Kinästhetik
Validation nach Feil- Anwenderseminar
Demenzkongreß 1998 Mäeutik-Erlebnisorientiert pflegen
Demenzkongreß 1999 Validation nach Feil-Umgang mit Altersverwirrten
Allgemeine Informationsmappe für Angehörige, Fachkräfte und allgemein Interessierte, Sept.1998
Informationsmappe für Ärzte, Nov. 1998
Faltblätter
Ziele und Aufgaben als Information über den Verein und seine Tätigkeit
Informationen zum Thema Demenz als Hinweis auf das bestehende Beratungsangebot - psychosozial wie medizinisch
Alzheimer Wohngruppe - Information zur Wohngruppe für altersverwirrte Menschen
Validation nach Feil - Anwenderseminare
Naomi Feil kommt (Demenzkongreß)
Basale Stimulation
Kinästhetik
Pressespiegel
Januar bis Juli 1998
Juli bis Dezember 1998
Januar bis Juli 1999
Juli bis Dezember 1999



Satzung

des Vereins "Hilfen für Menschen mit dementiellen Erkrankungen und ihre Angehörigen
im Landkreis Saarlouis e. V."


§ 1 Name, Sitz und Geschäftsjahr des Vereins

1.Der Verein trägt den Namen "Hilfen für Menschen mit dementiellen Erkrankungen und ihre Angehörigen im Landkreis Saarlouis e. V."- Kurzform:
Demenz-Verein Saarlouis e.V.
2. Der Verein führt nach Eintragung in das Vereinsregister den Namenszusatz "eingetragener Verein", in der abgekürzten Form "e. V.".
3. Der Verein hat seinen Sitz in Saarlouis.
4. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 2 Zweck des Vereins

1. Zweck des Vereins ist die Förderung des Bewusstseins über dementielle Erkrankungen in der Öffentlichkeit.
2. Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch
die Entwicklung und Förderung von Hilfe für von dementiellen Erkrankungen betroffene Menschen im Landkreis Saarlouis
die Initiierung und Förderung von Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige
Information, Fort- und Weiterbildung von Angehörigen, Pflegepersonal in ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen, sowie Ärzten aus den entsprechenden Fachbereichen über dementielle Erkrankungen und deren Folgen sowie mögliche Hilfen
Wohnberatung, Wohnraumanpassung
die Schaffung von geeigneten Einrichtungen aller Art für dementiell Erkrankte
die Schaffung von Unterstützungsangeboten und Erholungsmöglichkeiten für Angehörige
Anregung gesundheits- und sozialpolitischer Initiativen
Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung


§ 3 Gemeinnützigkeit

1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige im Sinne des Abschnitts "steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung in der jeweils gültigen Fassung.
2. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
3. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zwecke des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
5. Die Auflösung des Vereins kann nur in einer für diesen Zweck einberufenen Mitgliederversammlung mit ? Stimmenmehrheit der anwesenden Stimmberechtigten beschlossen werden.
6. Der Verein ist parteipolitisch und konfessionell neutral.

§ 4 Erwerb der Mitgliedschaft

1. Mitglied des Vereins kann jede volljährige natürliche und juristische Person werden, die seine Ziele unterstützt. Dem Verein können auch natürliche und juristische Personen als fördernde Mitglieder beitreten. Die fördernden Mitglieder haben kein Stimmrecht.
2. Voraussetzung für den Erwerb der Mitgliedschaft ist ein schriftlicher Aufnahmeantrag an den Vorstand
3. Der Vorstand entscheidet über den Aufnahmeantrag. Gegen die Ablehnung des Aufnahmeantrages ist Einspruch möglich, über den die Mitgliederversammlung entscheidet.


§ 5 Beendigung der Mitgliedschaft

1. Die Mitgliedschaft endet durch Tod, Austritt oder Ausschluss.
2. Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand. Der Austritt ist wirksam mit dem Eingang der Erklärung beim Vorstand, wenn eine Frist nicht angegeben ist; im übrigen mit der von dem Mitglied angegebenen Frist.
3. Wenn ein Mitglied schuldhaft in grober Weise die Interessen des Vereins verletzt, kann es durch den Beschluss des Vorstandes aus dem Verein ausgeschlossen werden. Vor der Beschlussfassung muss dem Mitglied Gelegenheit zur mündlichen oder schriftlichen Stellungnahme gegeben werden. Der Beschluss ist schriftlich zu begründen und dem Mitglied zuzusenden. Gegen den Beschluss kann das Mitglied Berufung an die Mitgliederversammlung einlegen. Die Berufung ist innerhalb eines Monats nach Zugang des Beschlusses beim Vorstand einzulegen. Der Vorstand hat innerhalb eines Monats nach fristgemäßer Einlegung der Berufung eine Mitgliederversammlung einzuberufen, die abschließend über den Ausschluss entscheidet.

§ 6 Mitgliederbeiträge

Es besteht Beitragspflicht. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird jeweils von der Mitgliederversammlung festgesetzt.


§ 7 Organe des Vereins
Organe des Vereins sind:
a) die Mitgliederversammlung (§8)
b) der Vorstand (§9)

§ 8 Mitgliederversammlung

1. Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ des Vereins. Sie hat insbesondere folgende Aufgaben:
a) Genehmigung des vom Vorstand aufgestellten Haushaltsplanes für das kommende Wirtschaftsjahr
b) Wahl zweier Rechnungsprüfer, die dem Vorstand nicht angehören dürfen
c) Entgegennahme des Jahresberichtes des Vorstandes; Entlastung des Vorstandes
d) Festsetzung des Mitgliederbeitrages
e) Wahl und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes.
f) Beschlussfassung über Änderungen der Satzung und über die Auflösung des Vereins.
2. Die Mitgliederversammlung wird vom 1. Vorsitzenden mindestens einmal jährlich schriftlich einberufen und von ihm geleitet.
Außerordentliche Mitgliederversammlungen sind auf Beschluss des Vorstandes, der einer Mehrheit von 2/3 der anwesenden Vorstandsmitglieder bedarf, oder auf Verlangen von mindestens 1/3 der Mitglieder innerhalb von zwei Monaten einzuberufen.
Die Einladung ist unter Angabe der Tagesordnung mindestens 14 Tage vor der jeweiligen Mitgliederversammlung abzusenden. Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mehr als ? der stimmberechtigten Mitglieder erschienen ist. Ist die Mitgliederversammlung nicht beschlussfähig, so beruft der Vorstand binnen 4 Wochen mit 14tägiger Frist erneut eine Mitgliederversammlung ein; diese ist in jedem Fall beschlussfähig. Darauf ist in der Einladung hinzuweisen. Wahlen erfolgen mit einfacher Mehrheit der erschienenen Vereinsmitglieder. Beschlüsse über Satzungsänderungen bedürfen der 2/3 Mehrheit, der Auflösung des Vereins der ? Mehrheit der anwesenden Mitglieder.
3. Die Mitgliederversammlung wählt für die Dauer von zwei Jahren zwei Rechnungsprüfer. Wiederwahl ist zulässig.


§ 9 Vorstand
1.Der Vorstand des Vereins besteht aus dem (der) Vorsitzenden, dem (der) stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schatzmeister/der Schatzmeisterin und Schriftführer/in in Personalunion als Geschäftsführer/in sowie mindestens 4 BeisitzerInnen, wovon von den jeweiligen Fraktionen des Saarlouiser Kreistages je ein Mitglied als Beisitzer/in entsandt werden kann. Im Vorstand soll ein Angehöriger/eine Angehörige vertreten sein.
2.Der/Die Vorsitzende und der/die stellvertretende Vorsitzende vertreten den Verein gem. § 26 Abs. 2 BGB jeder für sich allein gerichtlich und außergerichtlich.
3.Der Verein kann durch einen einstimmigen Beschluss des Vorstandes einen Präsidenten bestellen. Der Präsident nimmt repräsentative Aufgaben wahr.



§ 10 Zuständigkeit des Vorstandes
1. Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, soweit nicht hierfür die Mitgliederversammlung zuständig ist. Er hat insbesondere folgende Aufgaben:
a) Aufstellung des Haushaltsplanes für das Geschäftsjahr, Buchführung und Erstellung des Jahresberichtes, Unterhaltung einer Geschäftsstelle mit Beratungstelefon
b) Beschlussfassung über Rechtsgeschäfte
c) Vorbereitung und Einberufung der Mitgliederversammlung
d) Beschlussfassung über Aufnahme und Ausschluss von Mitgliedern
e) Bildung von Arbeitsausschüssen
2. Über die Wahlergebnisse und die Beschlüsse der Mitgliederversammlung und des Vorstandes sind Niederschriften zu fertigen und von dem Versammlungsleiter und dem Geschäftsführer zu unterzeichnen


§ 11 Wahl und Amtsdauer des Vorstandes

Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren, gerechnet von der Wahl an, gewählt. Er bleibt jedoch bis zur Neuwahl eines Vorstandes im Amt. Jedes Vorstandsmitglied muss Vereinsmitglied sein und ist einzeln zu wählen. Mit Beendigung der Mitgliedschaft endet auch das Amt eines Vorstandsmitgliedes.


§ 12 Sitzungen und Beschlüsse des Vorstandes
1. Der Vorstand beschließt in Sitzungen, die vom Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung vom stellvertretenden Vorsitzenden, unter Angaben der Tagesordnung und unter Beachtung einer Einladungsfrist von einer Woche, einberufen werden.
2. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens drei seiner Mitglieder anwesend sind. Bei Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden, bei dessen Abwesenheit die des stellvertretenden Vorsitzenden.

3. Der Vorstand kann im schriftlichen Verfahren beschließen, wenn alle Vorstandsmitglieder dem Gegenstand der Beschlussfassung zustimmen.


§ 13 Auflösung des Vereins
Bei Auflösung des Vereins fällt das Vermögen des Vereins an eine soziale Einrichtung, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat. Die Bestimmung obliegt den Liquidatoren. Die Liquidation erfolgt durch den Vorstand.


Saarlouis, den 04. Februar 1997

gez.: Michael Heck Dr. Wolfgang Schmitt
Vorsitzender Stellv. Vorsitzender


Eingetragen in VR 490 beim Amtsgericht Saarlouis am 25. Februar 1997

Geändert nach Beschluss der Mitgliederversammlung vom 14.06.2000.


Neue Mitglieder: 58

Projektbericht Mai bis Dezember 1998 Auszug
Hauptamtlicher Mitarbeiter: Dipl.-Sozialpädagoge Andreas Sauder
Projekt: Information, Beratung, Schulung sowie Aufbau und Unterstützung von Gruppenarbeit von Angehörigen Demenzerkrankter
Am 4. Mai 1998 nahm der hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins "Hilfen für Menschen mit dementiellen Erkrankungen und ihre Angehörigen im Landkreis Saarlouis e.V." Andreas Sauder seine Arbeit auf. Finanziert wird diese Maßnahme durch Mittel der Arbeitsverwaltung und ergänzend durch eine Förderung des Landkreises Saarlouis.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit bei Beginn, aber auch schon vor der Maßnahme konnte erreicht werden, daß der Verein in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
Durch konzentrierte Pressearbeit in Zeitungen und Nachrichtenblättem gelang es, die Angehörigen von Menschen, die an einer Demenz leiden, zu erreichen (Einzelnachweise sind in den Pressespiegeln I/98 und II/98 dokumentiert).
In den ersten 8 Monaten der Tätigkeit des hauptamtlichen Mitarbeiters konnten insgesamt 196 Beratungen von hilfesuchenden Personen, die einen Angehörigen haben, der von einer Demenz betroffen ist, durchgeführt werden.
28 Personen sprachen persönlich vor und 190 Personen erhielten Hilfe über das vom Verein betriebene Beratungstelefon, bei 6 Personen mußte zudem aufgrund der speziellen privaten Situation ein Hausbesuch durchgeführt werden.
Beweggründe zur Inanspruchnahme des Beratungsangebotes waren hauptsächlich die Hilflosigkeit im Umgang mit den verwirrten Angehörigen, die Intensität der daraus resultierenden Belastungen sowie die Unkenntnis von gesetzlichen Vorschriften, die in diesem Zusammenhang relevant sind, wie z.B. mögliche Entlastungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz, Verfahren zur Anregung einer Betreuung nach dem Betreuungsgesetz etc..
Im Rahmen der vom Verein durchgeführten Öffentlichkeitsarbeit zur Verfolgung der satzungsgemäßen Ziele konnten im gesamten Kreisgebiet 12 Informationsveranstaltungen in verschiedenen Städten und Gemeinden zum Thema "Altersverwirrt- Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen" durchgeführt werden.
Als Referenten sprachen dort z.B. Rainer Kortus, Chefarzt der gerontopsychiatrischen Abteilung der Sonnenbergkliniken Saarbrücken, Dr. Claus-Martin Christ Neurologe in der geriatrischen Abteilung des St. Nikolaus-Hospitals Wallerfangen, Dr. Köhler, Dr. Schmitt. So konnten insgesamt 251 Personen erreicht werden.
Von Mai bis Dezember 1998 wurden drei Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige von dementiell erkrankten Menschen als essentielle Entlastungs-angebote regelmäßig einmal monatlich angeboten. Zum einen in der geriatrischen Abteilung des St. Nikolaus-Hospitals in Wallerfangen, zum anderen im DRK Sozialzentrum in Saarlouis und im evangelischen Gemeindezentrum in Lebach.
In Saarlouis konnte sogar eine Betreuungsgruppe installiert werden mit dem Ziel, es den pflegenden Angehörigen zu ermöglichen, ihren erkrankten Angehörigen mitzubringen, damit in der Zeit in der sie das Entlastungsangebot annehmen, ihr Angehöriger versorgt ist.
Die Gruppen dienen dem Erfahrungsaustausch sowie der Möglichkeit sich über den Themenkreis Demenz intensiv zu informieren sowie mehr über zusätzliche Unterstützungsangebote zu erfahren.
Die fachliche Begleitung obliegt dem Mitarbeiter des Demenzvereins. Die Betreuungsgruppe wird von zwei Mitgliedern des Vereins, beides Fachkräfte, ehrenamtlich umgesetzt.
Durch die Angehörigengruppe in Saarlouis, die bereits seit Dezember 1997 existiert, konnten im Berichtszeitraum insgesamt 91 Angehörige erreicht werden.
Die Angehörigengruppe in Wallerfangen, die seit Juli 1998 ihre Arbeit aufgenommen hat, konnten 28 Angehörige von dementiell erkrankten Menschen erreicht werden.
Die Gruppe in Lebach traf sich erstmalig im Dezember 1998. Dort suchten bislang zwei Personen Entlastung.
Weiterhin wurden Anstrengungen unternommen auch in Saarwellingen und in Rehlingen-Siersburg derartige Gruppen zu gründen. Hierzu wird es in 1999 neue Anläufe geben.
Zur Umsetzung seiner satzungsgemäßen Ziele betreibt der Verein außerdem ein Weiterbildungs-Institut.
Durchgeführt werden dort Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte zu den unterschiedlichsten pflegerischen Themen wie z.B. Basale Stimulation, Kinästhetik, aber auch zum Thema "Umgang mit verwirrten alten Menschen". In diesem Zusammenhang konnte erstmalig im Saarland eine Fortbildung "Validation" durchgeführt werden.
Insgesamt konnten 283 Anfragen verzeichnet werden, wovon sich 210 in Anmeldungen niederschlugen.
Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde vom Verein im September 1998 der 1. Internationale Demenzkongreß Saar-Lor-Lux im Theater am Ring in Saarlouis durchgeführt, der eine beachtliche Resonanz nicht nur in unserer Region erfuhr.
Mit 400 Teilnehmern kann der Demenzkongreß als sehr erfolgreich gewertet werden.
Erste Anfragen auf Referententätigkeit in Veranstaltungen/Fortbildungen anderer
Fachorganisationen sind erfolgt, in drei Fällen erfolgte im Berichtszeitraum eine Kooperation.
Feststellbar ist, nach Aufnahme des Vereins in die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft eine verstärkte Inanspruchnahme des Beratungstelefons aus dem ganzen Saarland.

Saarlouis, den 10. Februar 1999

Projektbericht 1999 Auszug
Dipl.-Sozialpädagoge Andreas Sauder
Projekt: Information, Beratung, Schulung sowie Aufbau und Unterstützung von Gruppenarbeit von Angehörigen Demenzerkrankter
Seit März 1999 ist zur Verstärkung der Geschäftsstelle Frau Ursula Ringle eingestellt. Diese Einstellung erfolgte im Rahmen einer Beschäftigungsförderung.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit bei Beginn, aber auch schon vor der Maßnahme konnte erreicht werden, daß der Verein in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
Durch konzentrierte Pressearbeit in Zeitungen und Nachrichtenblättern gelang es, die Angehörigen von Menschen, die an einer Demenz leiden, zu erreichen.
Durch die in 1999 geschaffene Internetpräsenz, es wurde eine Homepage über den Verein erstellt, konnte die Öffentlichkeitsarbeit zusätzlich gesteigert werden. So konnten insgesamt in den Monaten April bis November 4275 Nutzer registriert werden. Elektronische Mails werden ebenfalls zahlreicher bezogen auf Informationen allgemein zum Verein und seiner Arbeit sowie zu Weiterbildungsaktivitäten.

Im Jahr 1999 konnten insgesamt 237 Beratungen von hilfesuchenden Personen, die einen Angehörigen haben, der von einer Demenz betroffen ist, durchgeführt werden.
703 Personen sprachen persönlich vor in der Beratungsstelle bzw. bei Informa-tionsständen und am Rande von Veranstaltungen und 240 Personen erhielten Hilfe über das vom Verein betriebene Beratungstelefon, bei 4 Personen wurde zudem aufgrund der speziellen privaten Situation ein Hausbesuch durchgeführt.
Beweggründe zur Inanspruchnahme des Beratungsangebotes waren hauptsächlich die Hilflosigkeit im Umgang mit den verwirrten Angehörigen, die Intensität der daraus resultierenden Belastungen sowie die Unkenntnis von gesetzlichen Vorschriften, die in diesem Zusammenhang relevant sind, wie z.B. mögliche Entlastungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz, Verfahren zur Anregung einer Betreuung nach dem Betreuungsgesetz etc..
Im Rahmen der vom Verein durchgeführten Öffentlichkeitsarbeit zur Verfolgung der satzungsgemäßen Ziele konnten im gesamten Kreisgebiet 4 Informations-veranstaltungen in Saarlouis, Schwalbach, Überherrn und Wallerfangen zum Thema "Altersverwirrt- Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen" durchgeführt werden.
Als Referenten sprachen dort z.B. Dr. Claus-Martin Christ, Neurologe in der geriatrischen Abteilung des St. Nikolaus-Hospitals, Dr. Wolfgang, Schmitt, Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Saarlouis, Dr. Jan Wojnar, Leiter des psychiatrischen Dienstes von Pflegen und Wohnen in Hamburg. Zusätzlich erfolgten Projektvorstellungen im Fliedner-Krankenhaus in Neunkirchen und in der Angehörigengruppe der Sonnenbergkliniken in Saarbrücken.
So konnten insgesamt 322 Personen erreicht werden.
Von Januar 1999 bis Dezember 1999 wurden drei Gruppen für pflegende Angehörige von dementiell erkrankten Menschen als Entlastungsangebote regelmäßig einmal monatlich angeboten. Zum einen in der geriatrischen Abteilung des St. Nikolaus-Hospitals in Wallerfangen, zum anderen im DRK Sozialzentrum in Saarlouis und desweiteren im evangelischen Gemeindezentrum, nach einem Wechsel im Caritas-Krankenhaus in Lebach. In Saarlouis konnte sogar parallel zur Angehörigengruppe eine Betreuungsgruppe installiert werden mit dem Ziel, es den pflegenden Angehörigen zu ermöglichen, ihren erkrankten Angehörigen mitzubringen, damit in der Zeit in der sie das Entlastungsangebot annehmen, ihr Angehöriger versorgt ist.
Die Gruppen dienen dem Erfahrungsaustausch sowie der Möglichkeit sich über den Themenkreis Demenz intensiv zu informieren sowie mehr über zusätzliche Unterstützungsangebote zu erfahren. Die fachliche Begleitung obliegt dem Mitarbeiter des Demenzvereins. Die Betreuungsgruppe wird von zwei Mitgliedern des Vereins, beides Fachkräfte, ehrenamtlich umgesetzt.
Durch die Angehörigengruppe in Saarlouis, die bereits seit Dezember 1997 existiert, konnten im Berichtszeitraum 107 TeilnehmerInnen erreicht werden. In der dortigen Betreuungsgruppe wurden insgesamt 37 Betroffene, deren Angehörige die Angehörigengruppe besuchten betreut.
Bei der Angehörigengruppe in Wallerfangen, konnten 14 Angehörige von dementiell erkrankten Menschen erreicht werden.
Die Gruppe in Lebach suchten bislang 14 Personen auf.
In den Gruppen Wallerfangen und Lebach schwankt die Resonanz deutlich. Hier muß für das Jahr 2000 über Änderungen nachgedacht werden.

Seit Juli 1999 betreibt der Verein als Unterstützungs- und Entlastungsangebot für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten eine Wohngruppe für altersverwirrte Menschen. Das Betreuungs- und Beaufsichtigungsangebot besteht tagsüber oder nachts; pflegerische Versorgung erfolgt nicht. Bis zu 5 Personen können dort betreut werden. Ein Fahrdienst kann im Bedarfsfall organisiert werden. Wesentliches Merkmal ist, daß die eigene Häuslichkeit der Betroffenen nachempfunden wird.
Hierzu wurden drei Fachkräfte und zwei Zividienstleistende eingestellt.
Zur Umsetzung seiner satzungsgemäßen Ziele betreibt der Verein außerdem ein Weiterbildungs-Institut, die Südwestdeutsche Akademie für Fort- und Weiterbildung.
Durchgeführt werden Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte zu den unterschiedlichsten pflegerischen Themen wie z.B. Basale Stimulation, Kinästhetik, aber auch zum Thema "Umgang mit verwirrten alten Menschen". In diesem Zusammenhang konnten im Berichtszeitraum vier Fortbildungen zum Thema "Validation- Umgang mit Altersverwirrten". Insgesamt konnten 795 Anfragen verzeichnet werden, wovon sich 597 in Anmeldungen niederschlugen.
Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde vom Verein im September 1999 der 2. Internationale Demenzkongreß Saar-Lor-Lux in der Kulturhalle in Saarlouis-Roden durchgeführt, der eine beachtliche Resonanz nicht nur in unserer Region erfuhr.
Mit 720 Teilnehmern kann der diesjährige Demenzkongreß als äußerst erfolgreich gewertet werden.
Eine Vielzahl von Anfragen auf Referententätigkeit in Veranstaltungen/Fortbildungen anderer Fachorganisationen sind erfolgt; in 8 Fällen erfolgte im Berichtszeitraum eine Kooperation. So wurde z.B. eine Fortbildung für einen großen Pflegedienst durchgeführt und eine interne Fortbildung für die Mitarbeiter eines Krankenhauses. Außerdem wurden Lehrvorträge zum Thema Demenz aber auch zu anderen Themen im Rahmen von Heimleiterausbildungen und der Ausbildung von Pflegedienstleitungen durchgeführt.

 

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